Dienstag 12. Mai
Das Highlight des Jahres stand wieder an: die Fahrt nach Frankreich zum internationalen Eurobot-Wettbewerb. Für 14 Teammitglieder ging es am frühen Abend los- inklusive Schlafmangel, Aufregung und Vorfreude im Gepäck.
Mittwoch 13. Mai
10:00 Uhr morgens kamen die Autos inklusive aller Passagiere in La Roche-sur-Yon beim Messegelände an. Einige Fahrer nutzen die Gelegenheit direkt für ein kurzes Nickerchen auf dem Rücksitz, während es für andere direkt in die Schlange zur Anmeldung ging.
Zur Mittagszeit konnten wir schließlich endlich die Halle erkunden und uns eine Arbeitsumgebung für die kommenden Tage einzurichten. Da für diesen Tag noch die Homologation der Roboter, die Überprüfung, ob sie den Regelwerken entsprechen, anstand, ging es für viele nach einer kurzen Mittagspause direkt an die Arbeit. Dabei standen wir schnell vor Herausforderungen: die Beschaffenheit der Spielfelder wich deutlich von den gewohnten Bedingungen in Dresden ab. Auch bei unserem neu entwickelten Ninja-Sima mussten noch einige Anpassungen vorgenommen werden bevor es endlich zu den Schiedsrichtern ging.
Zwischen all den Aufgaben blieb dennoch Zeit für einen kleinen Rundgang durch die Halle. Dabei wurden viele altbekannte Teams und Gesichter wiederentdeckt und man konnte sich über erdachte Konzepte und generell das vergangene Jahr etwas austauschen. Am späten Abend ging es schließlich für alle in die Unterkünfte und in die wohlverdiente Nachtruhe.
Donnerstag 14. Mai
Der Donnerstag begann für uns etwas ruhiger. Unsere erste Runde stand für 11:00 Uhr auf dem Plan, wodurch wir uns erst 10:00 Uhr auf den Weg zur Wettbewerbslocation gemacht haben. Ein Teil blieb jedoch direkt zu Hause, um die Essensversorgung für das Team sicher zu stellen. Es wurde fleißig geschnitten und gekocht- ein Auge immer auf den dabei laufenden Livestream gerichtet. Nach langer Wartezeit war es dann endlich Zeit für die erste Runde gegen NTU Maker. Im Versuch am Tag davor den Roboter an die neuen Gegebenheiten anzupassen, haben sich jedoch wieder neue Fehler eingeschlichen- die dafür gesorgt haben, dass unser Roboter nach seiner ersten Aktion abgestürzt ist. Durch unsere SIMAs und ähnliche Probleme beim gegnerischen Team sind wir trotzdem als Sieger aus der Runde gegangen.
Es wurde sich direkt daran gesetzt, die Fehlermeldungen aus dem System auszulesen und diese für die zweite Runde am Nachmittag rechtzeitig zu beheben. Derweil hat sich ein Team daran gesetzt eine alljährliche Tradition fortzusetzen: mit unserem Maskotchen im Schlepptau ging es einmal durch die ganze Halle, um sich die Roboter der anderen Teams anzuschauen und vor allem: Sticker auszutauschen.
Schlißlich stand auch die zweite Runde an, bei der sich die neuen Anpassungen direkt bemerkbar machten. Mit 93:72 Punkten gewannen wir auch diese Runde, was sich positiv auf die Teammotivation auswirkte. Anschließend gab es endlich das wohlverdiente Abendessen. Diesmal jedoch nicht alleine: ganz im Sinne des Teamgeistes unter den deutschen Teams, hat sich Team DDOS, welches bei Eurobot Legends teilnehmen durfte, uns angeschlossen und wir haben die kommenden Mahlzeiten in großer Runde verbracht.
Da unser Roboter leider immernoch nicht ideal auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst war, ging es für das Programmiererteam gleich weiter. Um das Bestmögliche rauszuholen, wurde sich in zwei Schichten eingeteilt. Für die einen ging es bereits früh ins Bett, für die anderen an die Testplatten.
Aber auch für den Rest des Teams wurde es eine lange Nacht: es wurde in Erinnerungen an vorherige Wettbewerbe geschwelgt, dabei zugeschaut, wie sich die verschiedenen Roboter Stück für Stück verbessern und sich natürlich wieder mit Teams, Schiedsrichtern und Helfern über Gott und die Welt ausgetauscht. Als allen langsam die Augen zu fielen, stand schließlich für das restliche Team die Nachtruhe an- und für die Nachtschicht das Aufstehen.
Freitag 15. Mai
Am nächsten Morgen ging es für einen kleinen Teil des Teams nach einer viel zu kurzen Nacht wieder in die Wettbewerbshallen. Es musste Essen für den Tag eingekauft und vor allem die Nachtschicht mit einem Frühstück versorgt werden. Die gedrückte, erschöpfte Stimmung konnte zum Glück mit einem großen Stück Kuchen bis zum Start in die dritte Runde wieder etwas angehoben werden. Und die viele Arbeit machte sich bemerkbar: erneut konnten wir unsere Punkte anheben und gewannen 105:30 gegen Bodensee RobotiX, was uns im Zwischenstand auf den 6.Platz der internationalen Teams brachte. Bevor die Nachtschicht wieder schafen und die Overhead Gruppe Essen vorbereiten konnte kamen die spanischen Teams noch mit einer coolen Idee an: Ein Gruppenfoto mit so vielen Teams und Robotern wie möglich.
Nachmittags stand schließlich auch Runde vier an, in der wir uns gegen den vorläufigen Champion DIT Robotics beweisen mussten. Und leider mussten wir wieder lernen, mit Rückschlägen umzugehen. Erst haben einige Steine nicht an unseren Saugern gehaftet, anschließend ist unser Roboter abgestürzt. Mit 61:123 konnten wir leider nicht als Gewinner aus der Runde herausgehen, ließen uns aber trotzdem nicht für den kommenden Tag entmutigen. Da wir uns immernoch knapp unter den besten 8 befanden, ging es in der 5. Runde am kommenden Tag für uns um den Einzug ins Finale.
Freitag stand jedoch erstmal eine weitere Tradition an: Coupe Off. Der Veranstalter hat ein gemeinsames Grillen ausgerichtet und die Teams konnten feiern, wie weit sie bisher schon gekommen sind. Die Roboter sind in kleinen Challenges gegeneinander angetreten und es wurde geschaut, welcher Roboter sich beispielsweise am schnellsten drehen kann. Mit diesem schönen Ausklang waren wir sehr gespannt darauf, was der kommende Tag mit sich bringen wird.
Samstag 16. Mai
Aufgeregt wurde der Vormittag am Team-Booth verbracht, bis es etwas verspätet kurz vor 12 endlich die 5. Runde für uns anstand. Mit klopfenden Herzen warteten wir das Ergebnis ab und könnten uns schlussendlich sehr freuen: mit 131:80 gewannen wir nicht nur zum 4. mal sondern konnten auch unsere bisher beste Punktzahl mitnehmen. Außerdem hieß dies für uns, dass wir eine Chance auf die Finalrunden hatten. Platz 6-8 der internationalen Teams mussten dafür gegen Platz 1-3 der französischen Teams in den Play Offs antreten.
Daraufhin wurde der ganze Nachmittag damit verbracht neue Strategien zu entwickeln und diese zu testen. Außerdem wurden Komponenten vom Bot erneuert und verbessert, um so gut wie möglich auf die kommenden Spiele vorbereitet zu sein, Akkus geladen und Startstifte bereit geegt. Aufgeregt saß schließlich das ganze Team auf der Tribüne und fieberte mit. Auch als das Spiel vorbei war, war die Stimmung noch angespannt. Beim groben Überschlagen war klar: das wird eine knappe Nummer. Schließlich endlich das grinsen auf den Gesichtern der Starter: das haben wir drinnen! 106:96 – auf ins Finale!
Unser erstes Finalspiel war gegen AEROBOTIX INSAT und lief etwas anders als geplant. Der gegnerische Roboter fuhr gleich dreimal in uns bevor es einen Notaus durch die Schiedsrichter gab. Dadurch konnten wir mit unserem Bot keine Punkte machen- das gegnerische Team mit ihren jedoch auch nicht. Am Ende kam es darauf an, wie sich unsere SIMAs machen. Hier zeigte sich erneut, wie sehr sich die Neuentwicklung im Vergleich zum Vorjahr gelohnt hatte: wir erreichten die maximal mögliche Punktzahl und entschieden diese Runde für uns!
Im Halbfinalspiel stand uns Hyperion Robotics als Gegner gegenüber. Und auch diese Runde wollte leider nicht Fehlerfrei ablaufen. Zwei unserer SIMAs verließen verfrüht ihre Startzone und wurden aus dem Spiel entfernt. Ein eindeutiger Sieg für Hyperion.
Bevor es zum Finale und dem Spiel um den 3. Platz ging, versammelten sich alle Maskottchen auf der Bühne, um das Publikum nochmal richtig aufzuheizen- natürlich inklusive Turex und einem weiteren Turagler im Eichhörnchen.
Unser letztes Eurobot-Spiel für diese Saison war gegen das serbische Team Memristor. Und auch hier blieb es bis zum Ende spannend: beide Teams machten gut Punkte und zeigten, warum sie es bis an diesen Punkt geschafft haben. Am Ende konnte sich Memristor knapp den Sieg sichern. Unsere freudige Stimmung konnte dies jedoch nicht vermindern. Wir sind Stolz auf unseren 4. Platz, das beste Ergebnis für die TURAG seit langem!
Sonntag 17. Mai
Nach einer kurzen Nacht klingelten uns bereits 5 Uhr morgens die Wecker für die Rückfahrt wach. Nach einem schnellen Frühstück machten wir uns auf den Weg zurück nach Dresden. Kurz nach Mitternacht waren schließlich alle Autos ausgeräumt, abgegeben und alle lagen in ihren heimischen Betten – mit viel Vorfreude für die kommende Saison




